Allgemeine Geschäftsbedingungen
Nutzungsvertrag für die Coaching-Software nutri.place zwischen Vantero Tec SL und der Praxis. Der Auftragsverarbeitungsvertrag ist Bestandteil dieses Vertrags.
§ 1 Geltungsbereich und Vertragspartner
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für die Nutzung der Coaching-Software „nutri.place" (nachfolgend „Software") der Vantero Tec SL, C/. Fluvia 1, 07009 Palma de Mallorca, Spanien (nachfolgend „Anbieter") durch Ernährungsberaterinnen, Ernährungsberater, Ernährungstherapeutinnen und -therapeuten sowie deren Praxen (nachfolgend „Praxis").
(2) Die Software richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne von § 14 BGB bzw. Art. 3 Abs. 3 der Richtlinie 2011/83/EU. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern ist ausgeschlossen.
(3) Abweichende Bedingungen der Praxis gelten nur, wenn der Anbieter ihnen ausdrücklich schriftlich zugestimmt hat.
§ 2 Vertragsgegenstand
(1) Der Anbieter stellt der Praxis die Software als webbasierten Dienst (Software as a Service) über das Internet zur Verfügung. Die Software umfasst insbesondere: Kundenakte mit Anamnese, Messungen und Planung; Kundenformular per Link; Speiseplan-Editor mit Lebensmittel- und Rezeptdatenbank; Ernährungsprotokoll per Link; Nachrichten an Kundinnen und Kunden; Kalender, Kurse nach § 20 SGB V, Ernährungstherapie nach § 43 SGB V; Rechnungen; optionaler KI-Assistent.
(2) Der jeweils aktuelle Funktionsumfang ergibt sich aus der Leistungsbeschreibung auf der Webseite und dem Handbuch in der Software. Der Anbieter darf die Software weiterentwickeln und einzelne Funktionen ändern, sofern der wesentliche Leistungsumfang erhalten bleibt.
(3) Die Software unterstützt die fachliche Arbeit der Praxis. Sie ersetzt keine fachliche Beurteilung; alle Empfehlungen, Speisepläne und Berechnungen (z. B. Energiebedarf, Nährwerte, KI-Vorschläge) sind von der Praxis vor der Weitergabe an Kundinnen und Kunden zu prüfen. Die Software ist kein Medizinprodukt.
§ 3 Registrierung, Testzeitraum, Vertragsschluss
(1) Der Vertrag kommt mit Abschluss der Registrierung und Annahme dieser AGB sowie des Auftragsverarbeitungsvertrags zustande.
(2) Nach der Registrierung kann die Praxis die Software für 30 Tage kostenlos und mit vollem Funktionsumfang testen. Eine Zahlungsart ist dafür nicht erforderlich. Der Testzeitraum endet automatisch; ein kostenpflichtiges Abonnement entsteht nur, wenn die Praxis aktiv ein Paket wählt.
(3) Nach Ablauf des Testzeitraums ohne Paketwahl wird der Zugang gesperrt. Wählt die Praxis innerhalb von 30 Tagen nach Testende ein Paket, bleiben alle Daten erhalten. Andernfalls werden die Praxis und sämtliche darin gespeicherten Daten (einschließlich Kundenakten, Nachrichten und Dateien) nach Ablauf dieser 30 Tage automatisch und endgültig gelöscht; sieben Tage vorher erinnert der Anbieter per E-Mail. Die Praxis kann ihre Daten bis dahin exportieren.
(4) Die Praxis sichert zu, dass die bei der Registrierung gemachten Angaben zutreffen, und hält sie aktuell.
§ 4 Pakete, Preise, Zahlung
(1) Es gelten die zum Zeitpunkt der Bestellung auf der Webseite angegebenen Pakete und Preise. Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
(2) Das Paket „Starter" ist auf die in der Leistungsbeschreibung genannte Zahl gleichzeitig aktiver Kundenakten begrenzt; das Paket „Unlimited" ist unbegrenzt. Archivierte Akten zählen nicht mit und bleiben vollständig nutzbar.
(3) Die Abrechnung erfolgt im Voraus für den gewählten Zeitraum (monatlich oder jährlich) über den Zahlungsdienstleister Stripe. Rechnungen werden elektronisch bereitgestellt.
(4) Preisänderungen kündigt der Anbieter mindestens sechs Wochen vor Wirksamwerden per E-Mail an. Die Praxis kann bis zum Wirksamwerden kündigen; andernfalls gilt der neue Preis ab der nächsten Abrechnungsperiode.
§ 5 Laufzeit und Kündigung
(1) Das Monatspaket verlängert sich jeweils um einen Monat, das Jahrespaket um ein Jahr, sofern nicht bis zum Ende der laufenden Periode gekündigt wird. Die Kündigung erfolgt in der Software unter „Abonnement" oder per E-Mail.
(2) Der Wechsel zwischen den Paketen ist jederzeit möglich; ein Wechsel in ein höheres Paket wird sofort wirksam, in ein niedrigeres zum Ende der laufenden Periode.
(3) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere vor, wenn die Praxis trotz Mahnung mit der Zahlung in Verzug ist oder die Software rechtswidrig nutzt.
(4) Nach Vertragsende kann die Praxis ihre Daten 30 Tage lang exportieren. Danach werden die Daten gelöscht, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten des Anbieters entgegenstehen. Die Aufbewahrungspflichten der Praxis für ihre Behandlungsdokumentation (§ 630f BGB) und Rechnungen (§ 147 AO) bleiben in der Verantwortung der Praxis; sie hat die Daten rechtzeitig zu exportieren.
§ 6 Pflichten der Praxis
(1) Die Praxis ist Verantwortliche im Sinne der DSGVO für die Daten ihrer Kundinnen und Kunden. Sie holt die erforderlichen Einwilligungen ein, informiert ihre Kundinnen und Kunden nach Art. 13 DSGVO und führt ihr Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten. Der Anbieter stellt hierfür Funktionen und Vorlagen bereit.
(2) Die Praxis bewahrt ihre Zugangsdaten und den Wiederherstellungscode des Praxis-Schlüssels sicher auf. Der Anbieter kann verschlüsselte Gesundheitsdaten ohne Passwort oder Wiederherstellungscode nicht wiederherstellen.
(3) Die Praxis richtet Zugänge für weitere Benutzer nur für eigene Mitarbeitende ein und vergibt Rollen entsprechend deren Aufgaben. Sie ist für Handlungen ihrer Benutzer verantwortlich.
(4) Die Praxis nutzt die Software nicht rechtswidrig, versucht nicht, Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen, und belastet die Systeme nicht unangemessen (z. B. durch automatisierte Massenabfragen).
(5) Die Praxis prüft Berechnungen, Speisepläne und KI-Vorschläge fachlich, bevor sie diese an Kundinnen und Kunden weitergibt.
§ 7 Verfügbarkeit und Wartung
(1) Der Anbieter bemüht sich um eine Verfügbarkeit der Software von 99 % im Jahresmittel am Übergabepunkt (Ausgang des Rechenzentrums). Nicht berücksichtigt werden angekündigte Wartungsfenster, Störungen außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters (z. B. Internetverbindung der Praxis, höhere Gewalt) und Ausfälle von Drittdiensten.
(2) Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit außerhalb der üblichen Praxiszeiten durchgeführt und bei voraussichtlich längerer Dauer vorab angekündigt.
(3) Der Anbieter sichert die Datenbank täglich. Gesundheitsdaten liegen auch in Sicherungen nur verschlüsselt vor.
§ 8 KI-Assistent und Drittdienste
(1) Der KI-Assistent ist eine optionale Funktion, die die Praxis in den Einstellungen ein- und ausschalten kann. Bei Nutzung werden pseudonymisierte Fachdaten an den in der Datenschutzerklärung genannten Dienstleister übermittelt. Die Praxis holt hierfür die Einwilligung ihrer Kundinnen und Kunden ein.
(2) KI-Ergebnisse können unvollständig oder fehlerhaft sein. Sie sind Vorschläge und ersetzen nicht die fachliche Prüfung durch die Praxis.
(3) Für Drittdienste (Zahlungsdienstleister, E-Mail-Versand) gelten ergänzend deren Bedingungen; der Anbieter wählt die Dienstleister sorgfältig aus und bindet sie vertraglich nach Art. 28 DSGVO.
§ 9 Nutzungsrechte
(1) Die Praxis erhält für die Vertragslaufzeit das nicht ausschließliche, nicht übertragbare Recht, die Software für ihre eigene Praxis zu nutzen.
(2) Die von der Praxis eingegebenen Daten und erstellten Inhalte bleiben ihr Eigentum. Der Anbieter nutzt sie ausschließlich zur Vertragserfüllung.
(3) Die bereitgestellten Lebensmitteldaten (Bundeslebensmittelschlüssel), Rezepte und Vorlagen dürfen innerhalb der Software und für die Beratung der eigenen Kundinnen und Kunden genutzt werden. Eine Weitergabe der Datenbanken als Ganzes oder eine Nutzung außerhalb der Software ist nicht gestattet.
§ 10 Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.
(2) Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht) und begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden, höchstens jedoch auf die Summe der von der Praxis in den zwölf Monaten vor dem Schadensereignis gezahlten Entgelte.
(3) Der Anbieter haftet nicht für Schäden aus fachlichen Entscheidungen der Praxis, für die Richtigkeit von Berechnungen und KI-Vorschlägen, die die Praxis ungeprüft weitergibt, sowie für Datenverlust, der bei ordnungsgemäßer Sicherung durch die Praxis (Export, Wiederherstellungscode) vermeidbar gewesen wäre.
(4) Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt.
§ 11 Datenschutz
Die Verarbeitung der Kundendaten der Praxis erfolgt auf Grundlage des Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV), der Bestandteil dieses Vertrags ist. Für die Daten der Praxis selbst gilt die Datenschutzerklärung des Anbieters.
§ 12 Änderungen der AGB
Der Anbieter kann diese AGB ändern, wenn dies aus rechtlichen oder technischen Gründen erforderlich ist oder neue Funktionen eingeführt werden. Änderungen werden der Praxis mindestens vier Wochen vor Wirksamwerden in der Software oder per E-Mail mitgeteilt und bedürfen bei wesentlichen Änderungen der erneuten Zustimmung beim nächsten Login. Widerspricht die Praxis, bleibt das Recht beider Seiten zur Kündigung zum Ende der laufenden Periode unberührt.
§ 13 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht des Königreichs Spanien unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Zwingende Verbraucherschutz- und Datenschutzvorschriften am Sitz der Praxis bleiben unberührt.
(2) Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist Palma de Mallorca, sofern die Praxis Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.
Version 2026-10
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